Medienlandschaft 2009
Im Jahr 2009 sind die Social Media in Deutschland angekommen: Von den guten alten Foren über Wer kennt wen, StudiVZ und Facebook, bis hin zu Twitter: Die interaktive Mediennutzung hat endgültig Einzug in die deutschen Haushalte gehalten. Ein deutlich wahrnehmbarer Teil der ehemaligen Konsumenten mischt nun aktiv auf dem Informationsmarkt mit und produziert online unablässig für jeden abrufbare Inhalte. Das haben mittlerweile sogar die klassischen, monologischen Medien (Fernsehen, Radio, Printpresse) erkannt. Sie sind dadurch zwar (noch) nicht obsolet geworden, ihren vorherigen Stellenwert haben sie jedoch verloren. Und werden Ihn nicht wieder zurückgewinnen.
Der Kommunikationsmarkt wird damit deutlich differenzierter, unzählige Nischenmärkte tun sich auf: Informationen gibt es - spätestens seit dem Siegeszug der Smartphones - gefühlt kostenlos, zu jedem Thema, zu jeder Zeit, an jedem Ort und in einer die traditionellen, analogen Kanäle immer stärker in Bedrängnis bringenden Geschwindigkeit. Für jeden, der das Internet aktiv und täglich nutzt, können Tagesschau, Tageszeitung und Boulevardpresse da nicht mehr mithalten: Zu langsam, nicht aktuell genug, zu teuer. Konsequenterweise sinkt die Reichweite der klassischen Medien langsam aber stetig.
Unternehmenskommunikation 2009
Noch im Jahre 2008 wurde dies von den meisten Unternehmenskommunikatoren geflissentlich ignoriert. “Der Hype geht schon vorbei”, “Die Web 2.0 Blase wird platzen” - als jemand der sich bereits früh mit der Entwicklung der Onlinekommunikation auseinandergesetzt hat, wurde man nicht selten belächelt. 2009 hat sich das geändert: Die klassischen PR erweisen sich immer wieder als ineffizient, klassische Mechanismen funktionieren nicht mehr (Gewinnspielkooperation ohne Druckkostenzuschuss? Pustekuchen - egal wie hoch der Wert des Gewinns ist), der Zugang zu manchen Zielgruppen wird deutlich schwieriger. Das Ergebnis: Die PR wittert die Rettung in den Social Media und wendet sich diesen zu. Doch anstatt sich ernsthaft mit den Regeln und Funktionsmechanismen der neuen, digitalen und interaktiven Medien auseinanderzusetzen, füllt der ein oder andere den alten Wein in neue Schläuche und wundert sich, das dieser dem digitalen “Publikum” nicht schmeckt.
Jetzt wird’s ungemütlich: Social Media
Das kann nicht funktionieren. Die Social Media sind keine Vielzahl von neuen Kanälen, die nur darauf warten, dass all die Unternehmensbotschaften, die in den klassischen Medien nicht mehr platziert werden können, nun bei Ihnen abgeladen werden.
Social Media - das bedeutet: (weitgehende) Demokratisierung der Medien, Abschaffung der Grenze zwischen Contentproduzent und Contentkonsument, 24/7 Dialog rund um den Globus. Mit geringem Aufwand kann jeder der will eine interessierte Öffentlichkeit erreichen und wird damit zum auch für Unternehmen wichtigen Multiplikator und Meinungsbildner. Und die Möglichkeit wird zuhauf genutzt: Der Informationsmarkt explodiert; jeder schreibt was er will; die niemals vorhanden gewesene Kontrolle von Unternehmen über Ihren Marken- und Produktbotschaften wird allzu offensichtlich. Der gefühlte Kontrollverlust ist riesig und nicht selten wird alles versucht um “die Kontrolle wieder zurückzuerlangen”: Kommunikatoren verweigern den Dialog mit den neuen Multiplikatoren, wer sich kritisch zum Unternehmen äußert wird abgemahnt. Der Kampf David gegen Goliath ist eingeläutet - den ewigen Gewinner dieses Kampfes verrät uns die Bibel.
Die einzigen “Waffen”: Wissen und die Bereitschaft, zu Neuem aufzubrechen
Will die Unternehmenskommunikation diesen Kampf bestehen, kann Sie nur eines tun: Ihn beenden. Die einzig wirksamen “Waffen” sind das Wissen und die Bereitschaft zu Neuem aufzubrechen. Das Wissen um die Funktionsweise der neuen Medien und die darauf folgende Bereitschaft in der Auseinandersetzung mit den neuen Medien einen radikalen Bruch mit alten Denkmustern zu vollziehen nimmt dem “Schreckgespenst Social Media” seine negative Aura (Klowände des Internets …) und deckt die unzähligen Chancen auf, die ein Engagement in den Social Media für eine Vielzahl von Unternehmen bereit hält.
Doch Wissen kommt nicht von ungefähr: Wer nicht weiß, wo er mit dem Lernen beginnen soll, wird keinen Erfolg haben. Plus: Der oft stressige Berufsalltag der Kommunikatoren lässt eine solche Eigeninitiative nicht selten schon im Keim ersticken.
Die Lösung: Das Thema muss auf die Agentur-/Unternehmensagenda
Es gibt nur eine Lösung: Die Social Media müssen auf die Fortbildungsagenda einer jeden Kommunikationsagentur / einer jeden Abteilung für Unternehmenskommunikation. Denn: Der “Hype” geht nicht vorbei - hier haben sich Kommunikationsstrukturen grundlegend und dauerhaft gewandelt - und während die alten Medien langsam aber sicher an Kraft verlieren, werden die Social Media immer stärker. Natürlich: Fernsehen, Radio und Print werden nicht sterben; ein paar Jahre wird der Großteil der Agenturen in Deutschland mit den klassischen Media Relations noch gutes Geld verdienen. Aber: Die Zeiten haben sich gewandelt. Schon jetzt ist ein Engagement in den Social Media nicht selten die wirksamere Kommunikationsstrategie.
Deswegen: Social Media gehören zu Deinem Repertoire als Unternehmenskommunikator. Ein grundlegendes Verständnis dieses Bereiches ist unerlässlich. Wenn Dein Chef es noch nicht weiß, sag es Ihm. Punkt.